Samstag, 21. Januar 2012

Schubert: Die Forelle (Neubearbeitung)

Auf einer Wiesen helle,
Da schoß in froher Eil
Die launische Gazelle
der Jäger mit dem Pfeil.
Ich saß so an der Hecke
Und sah in süßer Ruh
Des muntern Tiers Verrecke
Im hellen Lichte zu.

Ein Metzger mit dem Beile
Schon an der Straße stand,
Und sah, ganz ohne Eile,
Wie sich das Tierchen wand.
So lang man ihm den Rücken,
So dacht’ ich, nicht gebricht,
So stirbt aus ganzen Stücken
die zäh' Gazelle nicht.

Doch endlich ward dem Jäger
Die Zeit zu lang; er haut
das Tier mit einem Schläger:
Und ehe ich geschaut,
So zuckte die Gazelle
schon lange nicht mehr rum;
Und ich, mit regem Blute,
nur übergab mich stumm.

Claus Caraut

Donnerstag, 19. Januar 2012

Parteien im Haiku (5)

Crazy: Ich dacht, die
Spezis hätt ich schon gehabt.
"Unfug!", sagt Edmund.

Mittwoch, 18. Januar 2012

Parteien im Haiku (4a-c)

a.
Die habens nicht leicht:
Im Plenum ruft man sie gar
"Esel der Nation!"

b.
"Große Klappen!" Und
"Rowdies und Steineschmeißer!"
"Üble Gesellen!"

c.
Nur gibts zu sagen:
Eitel sind sie! Braucht doch der
Name neun Verse.

Claus Caraut

Dienstag, 17. Januar 2012

Parteien im Haiku (3)

Freunde, wenn der Heuss
Das wüsste, dass der Rösler
Parteichef ist... Autsch!

Claus Caraut

Parteien im Haiku (2)

Sozial heißen die.
Paradox eigentlich, weil
Die Porsche fahren.

Claus Caraut

Sonntag, 15. Januar 2012

Parteien im Haiku (1)

Chef sitzt im Himmel.
Das trifft sich gut für Merkel:
"Unkündbar, Bitches!"

Claus Caraut

Montag, 9. Januar 2012

AC/DC - Stiff Upper Lip

(Melodie: AC/DC - Stiff Upper Lip)

Nun, Ich war beim Mäc im Drive-
In und aß den McRib
Ich besuchte die Hills
Zu bekommen die Chicks
Doch jetzt warn ich die Ladies
Weil ich bin ganz schön hip
Denn ich leb mit einem Stief-

Stiefvater, lieb!

Text: AClaus/DClaus

Montag, 2. Januar 2012

Herbstgedicht

Der Herbst kommt großen Schrittes in das Land.
Jetzt sieht die Welt wie umgekleidet aus.
Die Vögel ziehen fort, die Leut nach Haus.
Doch eine Frage liegt noch auf der Hand:

Wo gehn die Punks hin, wenn es Winter wird?
Ziehn sie gen Süden wie der Vögel Schwarm?
Wohin gehn die, wenn es ist nicht mehr warm?
Ich geb es hiermit offen zu: ich bin verwirrt.

Denn noch im Sommer sprossen sie wie Kraut,
vorm Bahnhof wohnten sie in großer Zahl.
Der Bahnhofsplatz ist heutzutage kahl.
Kein Punker da, so weit das Auge schaut.

Doch gestern, glaub ich, sah ich einen Punk.
Zumindest glaub ich, dass es einer war.
Er saß dort, ganz verloren, unscheinbar
Und sagt: "Ey, hast du Kohle? Schönen Dank!"

Claus Caraut

Sonntag, 1. Januar 2012

Neujåhr

(vgl. Fitzgerald Kusz)

Nachmiddåchs um halber Viere
Ka Menschnseeln aff der Strassn
Nur rouder Schdaab, wohie mer a schaud.
Es is fasd weng wäi nachm Griech.
Grüßdich Zwaadausndzwöłf. Greißlich bist etz scho.

Claus Caraut